Männer in der Küche

Männer in der KücheWeißwasser / Běła Woda, 5. November 2020. Von Thomas Beier. Der Mann in der Küche, das ist in Zeiten, in denen weniger die Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung von Mann und Frau als vielmehr die Quotenfrage und noch mehr die genderistische Sprachverformung im Mittelpunkt stehen, ein durchaus heikles Thema. Doch da die Menschen aktuell wieder mehr Zeit zu Hause verbringen, soll es zur Sprache kommen.

Abb.: Kleiner Stöpsel – große Wirkung. Besonders, wenn er fehlt und eine Flüssigkeit gleich mit hoher Drehzahl gemixt wird, erklärt sich sein Sinn

Foto: © BeierMedia.de

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Eine nicht ganz ernst gemeinte Betrachtung zur Arbeitsteilung in der Küche

Eine nicht ganz ernst gemeinte Betrachtung zur Arbeitsteilung in der Küche

Dieser Spritzschutz ist recht praktisch, auch dank der Probier- und Nachfüllöffnung. Vom Küchenabsentismus geplagte Männer lassen ihn gern mal weg: Ist etwa ein dünnflüssiger Teig erst einmal hübsch in der ganzen Küche verteilt, droht das ersehnte Küchenverbot

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Noch in den Fünfzigerjahren war zumindest die altbundesdeutsche Welt noch in Ordnung: Die Gattin hatte hatte für ein gemütliches Heim und gutes Essen zu sorgen, dabei sparsam zu sein und – last not least – gut auszusehen. Wichtig war, den von der Arbeit kommenden Alleinverdiener die nötige Entspannung nicht gleich mit dem Auftischen kleinlicher Probleme zunichte zu machen. Ach ja, der Haushalt insgesamt – von Abwasch über Reinigung bis Wäsche – war ja auch noch zu schmeißen und in besonders glücklichen Familien Kinder und Haustiere zu betreuen.

Wem heute dieses Bild anachronistisch und unmöglich erscheint, sollte zumindest zugute halten: Aufgabenteilung ist gar nicht so schlecht – auch in der Gegenwart. Wer's nicht glaubt, den informiert die Cartoonistin Sabine Euler aus Görlitz auf Ihrer Webseite mit einem gewissen Galgenhumor über "Windeln, Wahnsinn, Weiblichkeit" – und das sehr glaubwürdig!

Die Küche als Konfliktzone

Um zum Thema zu kommen: Auch die emanzipierte Damenwelt beansprucht die Küche in aller Regel noch immer als "ihr Reich". Das können männliche Partner leicht ausprobieren: In Abwesenheit der Guten einfach mal ein wenig umsortieren und umräumen, vielleicht nach ganz praktischen Gesichtspunkten: kurze Wege, was man am meisten benötigt, im schnellen Zugriff. Erfahrungsberichte über Erlebnisse, nachdem sie das entdeckte, bitte an die Redaktion einsenden! Andererseits würden sich viele Männer freuen, wenn sie eine Frau hätten, die mit stolzgeschwellter Brust die Küche, die Wäsche und all das ganz alleine schmeißt: "Dein Reich komme" hat für sie eine rein praktische Bedeutung.

Noch besser wird es bei gemeinsamen Küchenarbeiten. Damit ist nicht die Verpflichtung des Mannes zu niederen Hilfsarbeiten – Gemüse schnippeln, Abfall rausbringen – gemeint, sondern dessen aufrichtiges Interesse an der Mitwirkung bei der Speisenzubereitung und vor allem der Spaß am Kochen. Verhältnisse, wie sie scheinbar von der Damenwelt angestrebt werden, führen jedoch schnell zu Diskrepanzen zwischen Partner und Partnerin: Nachdem sie sein Tun argwöhnisch kommentiert hat, aber wenig Gehör fand, wird sie sich mit einem "Ich rede dir da jetzt nicht mehr rein! Nie wieder!" zurückziehen. Ist das nicht schön, wenn das Gemecker aufhört und man als Mann endlich wieder einmal ganz allein schalten und walten – besser gesagt das Steak in die Pfanne hauen – kann, ganz so, wie man möchte?

Endgültige Konfliktlösung

Jedoch gibt es auch Fälle, wo eine Arbeitsteilung auf diesem Wege nicht erreicht wird, etwa wenn der Mann beim Kochen von Speisen helfen soll, die das männliche Schlichtheitsprinzip á la "Steak, Senf, Brötchen, noch ein Steak" eklatant verletzen. Spätestens in dem Moment, in dem sie tönt: "Hier machen wir noch ein Sößchen, da ein Dippchen, ein Salätchen so und eines so…" ist die Zeit reif, zum Grande Finale überzugehen und dem Küchenfron des Mannes ein definitives Ende zu setzen.

Ein gutes Mittel gegen die Ausbeutung des Mannes in der Küche ist reichlich Ungeschick. Bewährt hat sich, bei geeignetem Inhalt den Verschluss des Standmixers offenzulassen. Die entstehende Sauerei bringt den sofortigen Rauswurf aus der Küche mit sich. Ersatzweise bietet sich an, den Kitchenaid Spritzschutz wegzulassen und das kultige Küchengerät mit hoher Drehzahl zu starten. Angesichts des Ergebnisses sehen selbst Konfettibomben blass aus.

Gut kochen, gut essen – das ist Lebensqualität

Wenn es mit dem gemeinsamen Kochen nicht so recht klappen will, kann man sich ja tageweise abwechseln. Auf jeden Fall ist selbst zu kochen schon einmal gut, weil gesund und zudem ein positives Erlebnis, weil nach dem Aufwand das Erfolgserlebnis und der Genuss folgen. Ein guter Tipp ist es, beim Einkauf von halbverarbeiteten oder Fertiggerichten auf die Zutaten- und Nährwertangaben zu achten. So wird schnell klar, dass gesunde Ernährung – nicht nur bei einer Intoleranz oder einer Diät – viel mit eigener Küche zu zun hat. Gegenüber etwa einem Ketchup mit rund 25 Prozent Zuckeranteil ist ein selbstgemixtes aus Tomaten, Paprika und Gewürzen, vielleicht noch mit einigen Olivien, etwas Chili oder Tabasco verfeinert, ein wahrer Genuss. Aber beim Mixen den Deckel nicht vergessen!

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  • Quelle: Thomas Beier | Fotos: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 05.11.2020 - 12:27Uhr | Zuletzt geändert am 04.12.2020 - 15:03Uhr
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