Frei. Gekauft. Menschen gegen Devisen.

Frei. Gekauft. Menschen gegen Devisen.Cottbus / Chosebuz, 7. Mai 2013. Der Freikauf von politischen Häftlingen durch die Bundesregierung war über zwei Jahrzehnte ein lukratives Devisengeschäft der DDR. Zwischen 1963 und 1989 wurden insgesamt 33.755 Häftlinge freigekauft. Für den Nachschub sorgten die mit tausenden politischen Gefangenen gefüllten Haftanstalten. Das Zuchthaus Cottbus war das „Freikaufgefängnis“ und somit das „Devisenbringergefängnis“ der DDR schlechthin, denn von hier stammten die meisten der freigekauften Häftlinge. Da in Cottbus Kurzstrafer inhaftiert waren, hatte das eine größere Fluktuation zur Folge. Wolf Biermann würdigte diese Praxis schon damals sarkastisch als "Frischfleischverkauf im innerdeutschen Menschenhandel“. Die DDR kassierte für jeden Freigekauften anfangs Waren im Wert von durchschnittlich ca. 40.000 DM. Später stieg der Betrag auf knapp 100.000 DM an.

Anzeige

Der Freikauf - Menschen gegen Devisen - Fakten, Bilder, Schicksale“, Buchvorstellung und Podiumsdiskussion in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus

Der Freikauf  - Menschen gegen Devisen - Fakten, Bilder, Schicksale“, Buchvorstellung und Podiumsdiskussion in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus

Archivbilder aus dem ehemaligen Zuchthaus Cottbus im September 2012: BeierMedia.de

Das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und die Deutsche Gesellschaft e.V. laden zu einer Podiumsdiskussion ein. Wie liefen die Verhandlungen für diesen Menschenhandel ab, wie fühlten sich die Häftlinge? Waren alle damit einverstanden, in den Westen verkauft zu werden und dem verhassten Staat noch zu Devisen zu verhelfen? Verkaufte man alle politischen Häftlinge oder gab es welche, die vom Freikauf ausgeschlossen waren?

Diese und viele anderen Fragen möchten wir mit interessanten Gästen erörtern. Nach der Vorstellung des Buches von Kai Diekmann "Freigekauft“, das gemeinsam von der Bildzeitung und der Deutschen Gesellschaft e.V. herausgegeben wurde, diskutieren im Podium Ludwig Rehlinger, Staatssekretär a.D. im Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen, Verhandlungsführer der Bundesregierung für den Freikauf, Dieter Dombrowski, MdL und ehemaliger Häftling in Cottbus und Matthias Katze, ehemaliger Häftling in Cottbus. Es moderiert Dr. Andreas H. Apelt vom Deutschen Gesellschaft e.V., Berlin.

Prädikat: Hingehen!
Dienstag, 14. Mai 2013, 19:Uhr,
Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus,
Bautzener Straße 140, Cottbus.

Die Gedenkstätte bleibt an diesem Tag für Besucher bis 19 Uhr geöffnet.
Interessierte Besucher sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene drei Euro, ermäßigt (Schüler, Studenten, Rentner, Bezieher von Arbeitslosengeld) zwei Euro, Gruppenführungen kosten für Gruppen bis zu 25 Personen 50 Euro.

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung des Bundesinnenministeriums statt.

Teilen Teilen
Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: red
  • Erstellt am 07.05.2013 - 22:27Uhr | Zuletzt geändert am 07.05.2013 - 23:01Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige