Sorben und Wenden unter den Diktaturen

Sorben und Wenden unter den DiktaturenCottbus / Chóśebuz, 8. Juni 2018. Jugendliche, die im Niedersorbischen Gymnasiums und im Oberstufenzentrum Cottbus lernen, stellen in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ihre Arbeitsergebnisse sorbischen -wendischen Geschichte vor. In gleich zwei Projekten des Menschenrechtszentrums Cottbus e.V. haben sich Cottbuser Jugendliche mit der Situation der Sorben und Wenden während der Naziherrschaft und in der Zeit der SED-Diktatur beschäftigt.

Einladung zur Veranstaltung "Minderheit unter Druck. Die Sorben/Wenden im Nationalsozialismus und in der DDR"

Einladung zur Veranstaltung "Minderheit unter Druck. Die Sorben/Wenden im Nationalsozialismus und in der DDR"

Die Abbildungen stammen aus einem Raum der bemerkenswerten, vor allem jugendgerechten Dauerausstellung des Menschenrechtszentrums Cottbus

Die Veranstaltung beginnt mit einem Kurzfilm über die Situation der Sorben in der NS-Zeit, den Schüler des Oberstufenzentrums während eines deutsch-tschechischen Medien- und Geschichtsprojekts hergestellt haben. Sie beschäftigten sich unter anderem mit der Rolle des Dissener Pfarrers Gotthold Schwela und seinem Einsatz für den Erhalt der sorbischen und wendischen Kultur.

Um die schwierige Rolle der Sorben und Wenden in der "DDR" dreht sich die anschließende Multimediapräsentation von Schülern des Niedersorbischen Gymnasiums. Im außerschulischen Jugendgeschichtsprojekt "Zeitensprünge" haben sie zu diesem Thema recherchiert und viele Zeitzeugen befragt, die auch in der Präsentation zu Wort kommen. Im Mittelpunkt stehen die Rolle der Domowina als sorbisch-wendische Interessenvertretung und sozialistisch instrumentalisierte Massenorganisation, aber auch die engmaschige Kontrolle durch die Staatssicherheit und die Zerstörung des Lebensraumes der Sorben und Wenden durch die Kohleindustrie.

Nach der einstündigen Projektvorstellung lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus zu einer Podiumsdiskussion mit den beiden Zeitzeugen Fryco Kšamar und Harald Końcak ein. Dabei besteht auch für das Publikum die Möglichkeit, mit den Zeitzeugen ins Gespräch über die angesprochenen Themen und über ihre Bedeutung für das heutige Zusammenleben in unserer Region zu kommen.

Die Veranstaltung bildet den Abschluss der beiden Projekte "Stories of Injustice" und "Zeitensprünge - Minderheit unter Druck: Cottbuser Sorben in der DDR" des Menschenrechtszentrums Cottbus. Das Jugendprogramm "Zeitensprünge" ist ein Programm des Landesjugendrings Brandenburg e.V. und wird vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gefördert. "Stories of Injustice" wurde in Kooperation mit der tschechischen Stiftung "People in Need" durchgeführt und von der Stiftung "Erinnerung, Zukunft und Verantwortung" gefördert.

Hingehen!
Dienstag, den 12. Juni 2018, 18 Uhr,
Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus

Besucher sind herzlich eingeladen. Der Veranstaltungsraum im zweiten Obergeschoss der Gedenkstätte ist barrierefrei zugänglich, der Eintritt ist frei.

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  • Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 08.06.2018 - 12:58 Uhr
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