Oldtimertreffen und Teilemarkt in Cottbus

Oldtimertreffen und Teilemarkt in CottbusCottbus / Chóśebuz, 26. September 2018. Am Tag der Deutschen Einheit findet zum vierten Mal ein Historisches Fahrzeugtreffen & Teilemarkt in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus statt. Erwartet werden mehrere hundert historische Fahrzeuge aus nah und fern. Ein Programm aus Führungen durch die Gedenkstätte, Gesprächen mit ehemaligen politischen Häftlingen, Filmvorführungen, Klettern an der Kletterwand und weiteren Attraktionen macht diesen Tag in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus erlebnisreich.
Abbildung: Das Foto auf dem Flyer (Ausschnitt) zeigt einen der Barkas-Transporter, mit denen in der "DDR" Gefangenentransporte getarnt wurden

Einst gefangener Künstler erhält Zeichnungen zurück / Ausstellungseröffnung

Um 12.30 Uhr wird im frühern Zuchthaus die Ausstellung "Menschliche Vielfalt" mit Bildern des politischen Häftlings und Künstlers Frank Timpe eröffnet, der Mitte der 1980er Jahre in Cottbus einsaß. Schon vor seiner Verhaftung war er Künstler, während der Haft füllte er mindestens zwei Zeichenblöcke mit wunderschönen Bleistiftzeichnungen. Zu sehen sind einige namentlich genannte Haftkameraden mit ihrer Zellennummer, sehr ausdrucksstarke symbolische abstrakte oder sogar politische Motive, aber auch Landschaften. Unter jeder dieser Zeichnungen sind seine Initialen F.T. zu lesen.

Sein ehemaliger Wärter, im "DDR"-Strafvollzug Erzieher genannt, war von der Qualität der Zeichnungen so beeindruckt, dass er sie nicht vernichtete, sondern bis in die Gegenwart aufbewahrte. Nun, 33 Jahre später, wollte er sie dem Häftling F.T. zurückgeben, da sie ja ihm gehören. Nach einer aufwändigen bundesweiten Suchaktion hatte das Menschenrechtszentrum Cottbus F.T. tatsächlich gefunden: Er heißt Frank Timpe und lebt als Künstler in Bergisch-Gladbach. Nun kann die Übergabe der Zeichnungen tatsächlich stattfinden.

Die Ausstellung mit einigen der alten Zeichnungen und mit aktuelleren Werken von Frank Timpe kann bis zum Jahresende 2018 besichtigt werden.

Informationstafel zum Kindergefängnis Bad Freienwalde

Um 14 Uhr wird im Beisein des brandenburgischen Justizministers Stefan Ludwig eine Informationstafel des Vereins Kindergefängnis Bad Freienwalde enthüllt.

Das Gefängnis in Bad Freienwalde war 1968 der Jugendhilfe Frankfurt/Oder zur Nutzung übergeben worden. Die Jugendhilfe machte es dann ohne Umbau, also mit Gefängnischarakter, zum Durchgangslager/ bzw. -heim. Hier sollten Kinder und Jugendliche, die auf einen Heimplatz warteten, für maximal 18 Tage untergebracht werden. Diese Maximaldauer wurde jedoch nur sehr selten eingehalten; die meisten Insassen waren unter inhumanen Bedingungen länger als ein halbes Jahr dort eingesperrt; Kontakte zur Außenwelt gab es nicht. Zudem war das Gebäude von einer hohen Mauer umgeben. Das jüngste von der SED-Diktatur und ihren Handlangern in den Verwaltungen eingesperrte Kind war drei Jahre alt.

Vor und nach der Enthüllung stehen der Vorsitzende des Vereins Roland Herrmann und weitere Zeitzeugen für Gespräche zur Verfügung. Die Informationstafel bleibt dauerhaft im Menschenrechtszentrum Cottbus.

Weitere Programmpunkte

  • 12 und 14 Uhr: halbstündige Oldtimerbusfahrt durch Cottbus
  • Sonderausstellung zum Gefangenentransport
  • ganztägig Filmvorführungen
  • 11, 13 und 15 Uhr: Führung durch die Gedenkstätte
  • Gespräche mit politischen Gefangenen
  • Klettern an der Zwölf-Meter-Kletterwand (Personen bis 80kg)
  • Plastikmodellausstellung und Basteln
  • Rundfahrt mit Porsche-Oldtimertraktor
  • Kuchenbasar
  • Essen und Trinken

Prädikat: Hingehen!
Mittwoch, 3. Oktober 2018, von 10 bis 17 Uhr,
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V./Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus

Eintritt an diesem Tag für alle Angebote fünf Euro, Kinder unter zwölf Jahren frei. Das Fahrzeugtreffen findet mit Unterstützung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) – Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. statt.

Mehr:
Thema Menschenrechte im Görlitzer Anzeiger

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  • Quelle: red | Grafik Quelle: Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.
  • Zuletzt geändert am 26.09.2018 - 13:40 Uhr
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