Landwirtschaft zwischen Öko und Effizienz

Landwirtschaft zwischen Öko und EffizienzWeißwasser/O.L. / Běła Woda, 7. März 2022. Von Thomas Beier. Der Berufsstand des Landwirts war noch nie einfach, aus vielerlei Gründen. Neben langen Arbeitszeiten war der Beruf schon immer von zeitlichen Verpflichtungen geprägt, naheliegenderweise in der Viehhaltung, aber auch vor allem hinsichtlich der Wetterabhängigkeit im Pflanzenbau.

Abb.: Ein Gülletransport im Landkreis Görlitz

Foto: © BeierMedia.de

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Landwirte in besonderer wirtschaftlicher Abhängigkeit

Doch der Abhängigkeiten gibt es weit mehr, so etwa die von den Aufkaufpreisen. Nie war das deutlicher als heute: Die Preise macht letztendlich der Handel, der seinen Kundenbesitz ausnutzt. Der Besitz von Kunden ist längst wertvoller als der Besitz von Produktionsmitteln: Ohne Kunden zu haben sind Produktionsmittel nichts wert, doch wer Kunden hat, braucht gar keine Produktionsmittel – siehe Handel.

Anders gesagt: Wer zahlungswillige und zahlungsfähige Abnehmer hat, diktiert den Produzenten die Preise und nirgends wird das deutlicher als in der Landwirtschaft, in der die Erzeuger eine besonders hohe Abhängigkeit von ihren Abnehmern und letztendlich von besonders preissensiblen Kunden haben.

Die Umweltfrage

Hinzu kommt die Diskussion um die Umweltverträglichkeit der Landwirtschaft, die zuweilen Blüten schlägt. Andererseits gibt es selbstverständlich Fakten, die klipp und klar eine Kausalkette belegen: Gesundheitsgefährdendes Nitrat belastet das Grundwasser, weil zuviel stickstoffhaltige Gülle ausgebracht wird. Die entsteht in zu großen Mengen, weil die Bauern zu viele Tiere halten. Der Grund dafür wiederum ist der zu hohe – und ungesunde – Verbrauch an tierischen erzeugten Lebensmitteln.

Andererseits müssen auch Bauern die Nachfrage auf Gedeih und Verderb bedienen und investieren, um marktfähig zu bleiben, in immer größere Viehanlagen, was in den jeweiligen Regionen für noch mehr Gülle sorgt. Gülle gefährdet übrigens nicht allein das Grundwasser, sondern trägt zum Artensterben und zum Klimawandel bei.

Reizthema Düngung

Der deutsche Gesetzgeber versucht, auch auf Druck der EU, der Düngung einen rechtlichen Rahmen zu setzen, der Erträge und Umweltschutz unter einen Hut bekommt. Doch bereits Begriffe wie Stoffstrombilanzverordnung, Düngegesetz, Düngemittelverordnung, Düngeverordnung oder Düngungsbeiratsverordnung lassen erahnen, dass zu jedem Bauernhof künftig wohl zwangsläufig ein im Juristensprech bewanderter Mitarbeiter gehören muss.

Höchsterträge von landwirtschaftlichen Anbauflächen sind in Deutschland im Grunde gar nicht nötig, etwa bei Getreide, Kartoffeln und Käse wird hierzulande deutlich mehr erzeugt als verbraucht – wenn da nur der Preiskampf auch bei Frischmilchprodukten und Schweinefleisch nicht wäre. Wohl nur deshalb bringen die Bauern so viel Gülle aus, dass der Boden deutlich mehr Stickstoff erhält als für das Pflanzenwachstum notwendig wäre.

Genaue Dosierung und innovative Einbringung ermöglichen Fortschritt

Bei anderen Düngern steht das Problem nicht ganz so akut. Zwar ist synthetischer, also chemisch hergestellter Dünger umstritten, weil in der Herstellung energieintensiv und in den Auswirkungen auf die langfristige Bodenqualität und den Eintrag in Gewässer fragwürdig, doch lässt er sich – abgesehen von Gülle – ebenso wie organischer Dünger, der unter anderem aus Pflanzenabfall, Kompost oder Klärschlamm besteht, recht genau dosieren.

Eine besondere Rolle kommt dabei den Düngerstreuern zu. Die sind heutzutage in der Lage, die ausgebrachte Düngemittelmenge pro Flächeneinheit per elektronischer Düngerdurchflussmessung zu steuern. Hochmoderne Geräte mit Tiefendepotdüngung ermöglichen sogar eine Ertragssteigerung bei reduziertem Stickstoffdünger-Einsatz und verbessern die Trockenresistenz in Dürreperioden um mehrere Wochen.

Mehr:
Die Rauch Landmaschinenfabrik GmbH zeigt anhand der bei ihr hergestellten Bauarten der Düngerstreuer im Überblick, wie auf Basis von mehr als 100 Jahren Erfahrung im Bau von Düngerstreuern heutige Landtechnik moderne Anforderungen und robuste Technik vereint.

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  • Quelle: Thomas Beier | Foto: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 07.03.2022 - 22:30Uhr | Zuletzt geändert am 07.03.2022 - 23:23Uhr
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