Bernsdorf bekommt Ortsumfahrung
Bernsdorf / Njedźichow. Die Landesdirektion Dresden hat das Planfeststellungsverfahren für den Bau der S 94-Ortsumfahrung bei Bernsdorf abgeschlossen. Der Träger des Vorhabens, die Niederlassung Meißen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, kann auf der Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses die Bauarbeiten in Angriff nehmen. Genehmigt wurde eine zweispurige Neubaustrecke von rund drei Kilometern Länge und einer Fahrbahnbreite von sieben Metern. Ausgelegt ist die Ortsumfahrung für eine Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde.
Eingriffe in die Natur kleinstmöglich gehalten
Die Trasse verläuft östlich von Bernstadt in Nord-Süd-Richtung. Sie knüpft an ihrem südlichen Ende, in Höhe der TD Deutsche Klimakompressoren GmbH, an die bereits fertig gestellte Ortsumfahrung Straßgräbchen / Nadrózna Hrabowka an. Von dort verläuft sie durch das Waldstück "Langes Holz" und die Felder östlich von Bernstadt. Der Lugteich wird an seinem Westufer passiert. Nach Überwindung der Bahnstrecke Bernstadt-Hoyerswerda, des Saxoniagrabens und des Zinkhüttenteiches bindet sie nordöstlich der Ortslage Bernstadt in die B 97 ein.
Im Zuge des Baus der Ortsumfahrung wird die vom Oßlinger / Wóslinker Ortsteil Lieske / Lěska nach Bernsdorf führende S 92 im Bereich des Lugteiches auf einer Länge von 650 Metern nach Süden verlegt. Die bestehende, gewässernahe Straße wird zurückgebaut und auf einen einspurigen Weg mit sandgeschlämmter Schotterdecke reduziert.
Der Bau der Ortsumfahrung ist dringend erforderlich, weil der gesamte Durchgangsverkehr zwischen Hoyerswerda / Wojerecy und Kamenz / Kamjenc durch die Ortskerne von Bernsdorf und Straßgräbchen fließt. Dadurch sind die Anlieger hohen Lärm- und Schadstoffbelastungen ausgesetzt. Darüber hinaus beeinträchtigen die enge und kurvige Straßenführung, zahlreiche Grundstückszufahrten und Anliegerstraßen sowie fehlende Gehwege die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss. Mit der neuen Ortsumfahrung können diese Probleme deutlich reduziert werden.
Die Ortsumfahrung stellt einen Eingriff in Natur und Landschaft dar. Die genehmigte Planung reduziert diesen Eingriff jedoch auf das absolut unvermeidbare Maß, teilt die Landesdirektion mit.
So wird zur Minderung der Zerschneidungswirkung das Niederungsgebiet am Saxoniagraben mit einer rund neunzig Meter langen Brücke überwunden. Die Querung des Waldstücks "Langes Holz" erfolgt auf dem kürzesten Weg und unter Nutzung bereits vorhandener Bewirtschaftungsschneisen. Dabei wird die Trassenbreite so gering wie möglich gehalten, in dem - wo möglich - auf Böschungen verzichtet wird. Durch die Verlegung der S 92 vom Lugteich weg erfährt der Biotopkomplex Lugteich/Streichteich eine wesentliche Entlastung und Aufwertung.
Des Weiteren sind zahlreiche Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Größte Einzelmaßnahme ist die Neuaufforstung auf einer Fläche von 35.000 Quadratmetern am "Roten Wasser“. Kleinere Maßnahmen sind die Wiederherstellung einer Brutwand für den Eisvogel am Blauen See sowie die Neuanlage von Grünstrukturen.
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- Quelle: red
- Zuletzt geändert am 19.02.2012 - 22:55 Uhr
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