Trinken für Senioren

Trinken für SeniorenWeißwasser, 22. Juli 2014. Von Fritz R. Stänker. "Ja, komm, Prosit, lass uns ein Landskron auf die Senioren trinken", sagte mein Freund Franz und reichte mir die Flasche. Er war beim Lesen der Pressemeldung über die Überschrift nicht hinausgekommen. Eigentlich geht es nämlich darum, dass Senioren - besonders an heißen Tagen - ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen müssen und man gegebenenfalls darauf achten muss. Helga Gapsch, Pflegedienstleiterin im Kursana Domizil Weißwasser, hat Tipps parat, mit denen man erreicht, dass die hochbetagte Generation genügend trinkt.

Tipps von Helga Gapsch, Pflegedienstleiterin im Kursana Domizil Weißwasser

Wie schafft man es, gerade als Senior eineinhalb bis zwei Liter am Tag zu trinken, wie es die Mediziner empfehlen? Warum ist Trinken so wichtig?
Wir kennen es alle: Bekommt der Körper zu wenig Flüssigkeit, fühlt man sich müde und antriebslos. Die Haut trocknet aus und wird schuppig. Weitere Folgen sind Verstopfung und Nierenprobleme. Ein häufiger Wassermangel kann zu Gedächtnisschwäche und Beeinträchtigung der Gehirnfunktion führen.

Aber Senioren fällt es oft schwer, ausreichend zu trinken...
Das stimmt. Zum einen lässt mit zunehmendem Alter das Durstempfinden nach. Viele Senioren vergessen das Trinken einfach oder nehmen aus Angst vor Inkontinenz bewusst nur wenig zu sich.

Was sind Ihre Tipps?
Wir sehen es bei uns im Kursana Domizil: Oft wirkt es schon Wunder, wenn sich Angehörige und Pflegekräfte mit den Senioren auf eine Tasse Tee oder Kaffee zusammensetzen. Denn die Gemeinschaft hilft. Ein weiterer Tipp: Gerade Senioren sollten sich von dem Irrglauben verabschieden: "Beim Essen trinkt man nicht." Das Gegenteil ist richtig. Wenn man pro Mahlzeit ein Getränk zu sich nimmt, hat man schon fast die Hälfte seines Tagesbedarfes gedeckt.

Der Tagesbedarf liegt bei eineinhalb bis zwei Liter. Wie soll man das schaffen?
Indem man variiert. Es geht ja nicht um Mineralwasser – übrigens lieber stilles als sprudelndes – allein. Ein Früchtetee oder grüner Tee, kühle Fruchtschorlen oder Säfte bringen den Genuss am Trinken zurück. Schwarzer Tee und Kaffee sollten mit Vorsicht genossen werden. Dass Sie dem Körper Wasser entziehen, ist zwar inzwischen wissenschaftlich widerlegt, aber Koffein kann den Blutdruck erhöhen und den Elektrolyt-Haushalt durcheinander bringen.

Aber was sind jetzt die Patentrezepte für ausreichendes Trinken im Sommer?
Die gibt es nicht. Neben der großen Auswahl an Getränken ist für uns sehr wichtig, dass diese leicht erreichbar sind. Nicht der Bewohner soll laufen müssen, sondern dafür sind die Mitarbeiter zuständig. Besonders bei den sehr schwachen Bewohnern und bei denjenigen, die demenziell erkrankt sind, muss das Personal immer und immer wieder Trinken anreichen und darauf achten, dass auch genug getrunken wird. Das dokumentieren wir auch. Nur so ist der Sommer ungefährlich.

Praktische Tipps, damit Senioren das Trinken mit Lust und Genuss verbinden


    • aus der Biografie bekannte Lieblingsgetränke anbieten
    • dekorative farbige Trinkgefäße nutzen
    • größere Gefäße befüllen - etwa 150 bis 200 Milliliter
    • das Eigengewicht der Trinkgefäße beachten
    • zu regelmäßigen Zeiten Getränke anbieten – auch nachts
    • auf angepasste Temperatur achten
    • Trinken in Gemeinschaft fördert Trinkverhalten
    • gemeinsam mit Senioren trinken – Vorbildwirkung
    • Getränke in Reichweite stellen
    • auf aufrechte Sitzposition achten
    • bei Kontakt zum Trinken auffordern bzw. ein Getränk reichen<

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  • Quelle: red | Foto: © Kursana
  • Zuletzt geändert am 22.07.2014 - 13:07 Uhr
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